Die richtige Temperatur für den Wein ist die grundlegende Regel
Derselbe Wein, bei verschiedenen Temperaturen getrunken, kann – selbst bei minimalen Schwankungen von einigen Grad – sehr unterschiedliche Eigenschaften annehmen. Ein klassisches Beispiel sind die vini passiti: Möchte man die Weichheit und die Komplexität der Aromen in den Vordergrund stellen, wählt man höhere Temperaturen; möchte man hingegen die Säure und die Trinkfreudigkeit betonen, senkt man die Serviertemperatur um einige Grad.
Ein kleiner Aspekt, den man während einer Mahlzeit im Auge behalten sollte, ist die Erhaltung der Temperatur: Ein Weißwein zum Beispiel ist oft gleich nach dem Öffnen perfekt, erwärmt sich aber – besonders im Sommer oder in warmen Räumen – bereits nach wenigen Minuten. Daher ist es sinnvoll, die entsprechenden „GLACETTE" zu verwenden, die die gewählte Kühltemperatur aufrechterhalten.
Eine kleine Kuriosität: Die Hände sind ausgezeichnete Wärmeableiter unseres Körpers. Das bedeutet, dass das Halten des Glases mit der Handfläche in engem Kontakt mit dem Wein die Temperatur sehr schnell verändert. Hier hilft uns die Länge des Stiels, den wir zum Anfassen verwenden. Die Einteilung der Weine nach Temperaturbereichen lässt sich so zusammenfassen:
Schaumweine: 6°/8°
junge Weißweine 8°/10°
gereifte Weißweine 10°/12°
Roséweine 12°/14°
junge Rotweine 16°/18°
gut strukturierte und gereifte Rotweine 18°/20°
Eine weitere wichtige Sache ist, das richtige Weinglas für jeden Weintyp zu verwenden.
Keine aufdringlichen Cremes oder Parfums verwenden
Um die Aromen eines Weins – insbesondere die zarten – wirklich wahrnehmen zu können, muss man eine neutrale Umgebung schaffen. Daher ist es ratsam, auf intensive Parfums oder zu aufdringliche Handcremes zu verzichten.
Keinen Kaffee trinken oder Bonbons und Eis essen
Unser Mund ist ein effektives und äußerst feines Instrument, um – wenn gut trainiert – auch die kleinsten Nuancen der Aromen und Eigenschaften eines Weins wahrzunehmen. Man sollte jedoch darauf achten, ihn vor einer Verkostung nicht in den „Standby-Modus" zu versetzen, da sonst das gesamte Vergnügen, das ein Wein bieten kann, durch die Unfähigkeit unserer Rezeptoren, optimal zu arbeiten, gedämpft wird. Kaffee oder Spirituosen sollte man vermeiden – sie „überstimulieren" die Geschmacksknospen und machen sie wenig empfindlich. Bonbons mit sehr intensivem und anhaltendem Geschmack (z. B. Minze oder Anis) sollte man ebenfalls meiden, da sie alles, was danach kommt, überdecken. Kälte dämpft die Reaktionsfähigkeit der Rezeptoren.





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