Wir haben das Weingut Rosa del Golfo bereits anlässlich der Verkostung des wunderbaren Rosato del Salento kennengelernt, der den Namen des Weinguts selbst trägt. Das Weingut befindet sich im Hinterland der Halbinsel Salento, dem äußersten Zipfel der pugliese Region, einem Gebiet mit großer Tradition in der Weinproduktion. Es ist ein hügeliges, tonig-kalkiges Terrain, das sich durch die typischen eisenreichen roten Erdschollen auszeichnet, während das gemäßigte Klima ideal für Rebe und Olivenbaum ist. Die Weine von Rosa del Golfo wurzeln tief in der jahrhundertealten Geschichte der Terra d'Otranto.
Quarantale, der Name des diesmal verkosteten Weins, ist ein Wort aus dem alten salentinischen Dialekt, das die gepflügte Furche bezeichnet, die zum Einpflanzen eines neuen Weinbergs ausgehoben wird. Es ist eines der Aushängeschilder des Weinguts, entstanden aus dem Wunsch, einen großen typischen Rotwein zu schaffen, der in Übereinstimmung mit der Tradition hergestellt wird. Dabei sollte der Wein aus den autochthonen Rebsorten des Salento entstehen: Negroamaro als dominierende Sorte, ergänzt durch Aglianico, Primitivo und Malvasia Nera Leccese.
2010 war ein sehr günstiger Jahrgang für die Rebe, dank eines positiven Wechselspiels zwischen warmem Klima und Niederschlägen. Der Weinberg, der sich in geringer Entfernung vom Meer befindet, wird als Alberello kultiviert, eine Erziehungsform, die in dieser Region häufig anzutreffen ist und auf wenig fruchtbaren und nicht bewässerten Böden praktiziert wird. Die Rebstöcke sind etwa 50 Jahre alt und zeichnen sich durch eine geringe Produktivität aus. Das Mikroklima ist besonders günstig, geprägt von einer erheblichen Temperaturschwankung zwischen Nacht und Tag, die die Aromaentwicklung in den Trauben fördert, sowie von sommerlicher Wärme, die vom Einfluss der Meeresbrise gemildert wird.
Nach der Lese wurden die Trauben in den Keller gebracht und separat vinifiziert. Die so erzeugten Weine verbrachten anschließend eine zweijährige Reifezeit im Holz, sowohl in slawonischen Eichenholzfässern als auch in neuen französischen Barriques. Danach wurden sie assembliert und abgefüllt. Die Flaschen ruhten noch ein weiteres Jahr im Keller, bevor sie vermarktet wurden.
Kommen wir nun zur Verkostung des Quarantale 2010.
Mit einer wunderschönen intensiv rubinroten Farbe und einem leicht granatfarbenen Rand bildet der Wein breite Bögen mit Tränen, die langsam an den Glaswänden hinabgleiten. Ein deutliches Zeichen für eine bedeutende Struktur des Weins. Die Nase ist üppig, mit deutlich wahrnehmbaren Fruchtnoten von Heidelbeere und Maulbeere, Pflaume auch als Konfitüre, die dann Raum für tertiäre Noten lässt, die durch den Reifeprozess entstanden sind. Dazu süße Gewürze von Zimt und Muskatnuss, Leder und Tabak mit mentholartigen Ausströmungen, Rhabarber und aromatischen Kräutern. Der Wein entfaltet seine gesamte Eleganz und Fülle in der Bedeutung des olfaktorischen Spektrums.
Am Gaumen ist der Quarantale reich und befriedígend, beeindruckt durch seine Integrität, mit einer Frische, die gut durch die Weichheit und die 13,5 Volumenprozent Alkohol ausbalanciert wird. Die Tanninstruktur ist seidig und meisterhaft in den Wein integriert. Der Abgang ist sehr lang und kohärent mit einem anhaltenden mineralischen und balsamischen Nachklang. Ein sehr tiefgründiger Wein von großer Qualität, elegant und komplex.
Abschließend lässt sich sagen, dass uns der Quarantale 2010 sehr gut gefallen hat. Wir haben ihn in Begleitung eines Kalbsbratens mit Beilagenkartoffeln aus dem Ofen verkostet.





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