Wenn man von Troia spricht, abgesehen von den üblichen platten Witzen auf Italienisch, denkt man an die Geschichten von Ulisse, Ettore, Paride, Achille und all den Helden, deren Taten Homer besang.
Neben der historischen, von den Griechen dem Erdboden gleichgemachten Stadt gibt es in Italien, genauer gesagt in Puglia, ein kleines, gleichnamiges Städtchen mit 7.500 Einwohnern in der Provinz Foggia.
Die Gemeinde hat eine sehr alte Gründungsgeschichte, die bis ins 12.–11. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht, und der Legende nach waren es der griechische Held Diomede und Ulisse, die ihr das Leben schenkten.
Römer, Sarazenen, Byzantiner, Schwaben, Anjou, Aragonesen und Bourbonen folgten aufeinander bis zur piemontesischen Invasion, die angesichts des kämpferischen Geistes der Einheimischen alles andere als einfach war.
Heute ist Troia eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Stadt, die mit dem Anbau von Hartweizen, nativem Olivenöl extra und Wein verbunden ist!
Das bekannteste und charakteristischste Erzeugnis ist zweifellos der Nero di Troia, eine Rotweinsorte mit dunklen Beeren.
Heute haben wir für Sie den Guado San Leo 2010 verkostet, das Aushängeschild des hervorragenden Weinguts D'Alfonso del Sordo mit Sitz in San Severo.
Der Wein entsteht aus der Reinsortenvinifikation von Troia-Trauben, die ausschließlich aus dem Weinberg der Tenuta „Coppanetta" stammen.
Der Boden ist tonig und kalkhaltig, ziemlich rau und unwirtlich für die Rebstöcke! Deshalb entscheidet sich das Weingut, dies durch eine schonende Verarbeitung auszugleichen: Handlese, Handlesen, Entstielung von Hand und eine sanfte Pressung.
Nach einer Maischegärung von etwa fünfzehn Tagen wird der Wein neun Monate lang in Barriques ausgebaut.
Im Aussehen wirkt er undurchdringlich, dunkel – man meint, schon mit den Augen seinen Körper zu spüren.
Er braucht gute Belüftung, bevor er sich öffnet und sich dem Degustator in all seinen Nuancen in der Nase erschließt.
Reife rote Früchte, Brombeeren, Sauerkirschen, Kirschen, Johannisbeeren, Feigen, würzige Noten, die an Pfeffer, Tabak und Röstaromen erinnern.
Ich kann es kaum erwarten, ihn zu trinken!
Am Gaumen ist er genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte! Eine schöne, vollmundige Struktur, volle Gaumenfreude!
Wir finden die roten Früchte und alles bereits in der Nase Erwähnte wieder, außerdem stechen Kaffeearomen hervor, und wir nehmen einen kräftigen, aber eleganten und nie aufdringlichen Tannin wahr, der uns verliebt zurücklässt…
Ein zurückhaltender Holzeinsatz hat einen bereits exzellenten Wein zu einem außergewöhnlichen gemacht.
15 Euro bestens angelegt! Sehr empfehlenswert.





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