WEISS- & ROSÉWEINE
  • 4. JANUAR 2016
  • 3 min
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Caiatì 2013, die Revanche des Pallagrello und des Re Nasone

Vor einiger Zeit hatten wir über den Pallagrello gesprochen – der Artikel behandelte allgemein die Eigenschaften dieser interessanten Rebsorte, die vor allem in der Region Caserta und in Molise verbreitet ist. Heute berichten wir euch von einer Weinverkostung, die in der Enoteca Vini Divini in Napoli stattfand...

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von WineAtWine
Wine at Wine Redaktion

Caiatì 2013, die Revanche des Pallagrello und des Re Nasone

Vor einiger Zeit hatten wir über den Pallagrello gesprochen – der Artikel behandelte allgemein die Eigenschaften dieser interessanten Rebsorte, die vor allem in der Region Caserta und in Molise verbreitet ist. Heute berichten wir euch von einer Weinverkostung, die in der Enoteca Vini Divini in Napoli mit dem Winzer Michele Alois stattfand.

Michele erklärte uns mit seiner leicht rauen Stimme auf denkbar einfache Weise – so wie man es einem Kind erklärt – seine Weine und die Produktionsprozesse, die beim Lesen der technischen Datenblätter aufgrund der komplexen Fachterminologie jeden Interessierten von vornherein abschrecken können!

Michele erzählte uns, wie sehr die Bourbonen an diese Rebsorte glaubten – den Pallagrello, sowohl in der weißen als auch in der schwarzen Variante – und berichtete von der Rivalität mit den Anjou sowie vom Ehrgeiz Ferdinands IV., genannt Re Nasone, auch auf diesem Gebiet.

Er erläuterte uns sein Anbaugebiet, die Bodenzusammensetzung, skizzierte die Produktionsprozesse und beschrieb die Entwicklung sowie die Korrekturen, die er an seiner Art der Interpretation und Aufwertung der autochthonen Rebsorten vorgenommen hat – die Stärken betonend und an ihren Schwächen arbeitend.

Er erklärte allen, was das „Sistema Guyot" bedeutet, und da er Gallizismen nicht besonders schätzt – auch wenn er die Fähigkeiten unserer Nachbarn jenseits der Alpen anerkennt – nahm er den Vorschlag an, diese Erziehungsmethode „alla latina" zu nennen. James Guyot war nämlich derjenige, der ein Erziehungssystem für die Rebe ausgearbeitet hat, das in Wirklichkeit bereits von den alten Römern praktiziert wurde.

Leider konnte er beim Begriff „bâtonnage" nicht nachgeben – er musste sich geschlagen geben und fand kein italienisches Synonym, das den französischen Fachausdruck für diese Technik ersetzen könnte. Mit ihr bearbeitet Michele seinen Wein und ermöglicht ihm, sich mit den Aromen anzureichern, die durch den Kontakt mit der Feinhefe über etwa dreißig Tage entstehen.

Der Wein wird anschließend in Stahltanks vergoren und danach etwa vier Monate in der Flasche ausgebaut.

Doch kommen wir nun zu unserem Produkt! Der Pallagrello bianco ist eine Rebsorte, die „mollige" Trauben hervorbringt (wie Alois sie nennt) – also volle, mit kleinen, runden Beeren; kompakt und schön anzusehen.

Auf puzzolanischem und damit recht mineralreichem Boden kultiviert, schlägt Micheles Pallagrello seine Wurzeln auf 280 Metern über dem Meeresspiegel – genau um der von Natur aus geringen Säure der Rebsorte entgegenzuwirken. Dies ist einer der cleveren Schachzüge von Alois und seinem Team.

Nun verkosten wir diesen Caiatì 2013!

Die Farbe ist ein intensives Goldgelb – eine Farbe, bei der vorgetäuschte Weinkenner skeptisch würden, die jedoch charakteristisch für den Pallagrello ist.

In der Nase ist er wirklich komplex… das Zusammenspiel aromatischer Noten ist das Ergebnis der Hefelagerung und der Bodenbeschaffenheit. In der Nase stechen Iris, Wiesenblumen und Honig hervor, aber auch Apfel.

Am Gaumen hat er eine bedeutende Struktur, ist rund und zugleich würzig und mineralisch, mit einer sehr guten Säure. Auch der Abgang ist lang. Ich möchte Alois zu diesem Wein gratulieren, der mit seinem ausgeprägten Potenzial wirklich überraschen kann.

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