Eine der italienischen Rebsorten, die am schwierigsten zu interpretieren, aber gleichzeitig von großem Potenzial ist, wird zweifellos durch den Aglianico repräsentiert.
Eine Sorte mit bemerkenswerter qualitativer Entwicklung, die in den vergangenen Jahrzehnten stets vernachlässigt wurde – sowohl hinsichtlich der Anbautechniken als auch der Vinifizierung –, wobei man sich ausschließlich um den hohen Ertrag sorgte, den diese Rebsorte liefern kann.
Ich definiere den Aglianico gerne als „unseren Cabernet Sauvignon" – wegen seiner Ausdrucksstärke, der großen Struktur und Intensität, die er seinem Wein verleiht.
Sein Ursprung ist in seinem Herkunftsgebiet zu suchen, nämlich dem Landstreifen zwischen Molise, Basilicata (Aglianico del Vulture D.O.C.G.), Campania (Aglianico del Taburno und Taurasi D.O.C.G.) und Puglia – die einzigen Regionen, in denen er je nach Anbauzone unterschiedliche Eigenschaften und Ausdrucksformen annimmt.
Der Aglianico bevorzugt eindeutig lockere, vulkanische, aber auch kalkhaltige Böden, sonnige und windige Lagen mit großen Temperaturunterschieden.
Im Folgenden zwei Verkostungen exzellenter Aglianico-Weine, durchgeführt bei 2 Weingütern in verschiedenen Gebieten:
Weingut "Feudi di San Gregorio" (Campania)
Taurasi Piano Montevergine Riserva 2007
Aglianico 100% – 14,5%
Ein zweifellos günstiger Jahrgang, geprägt von einem milden Winter und einem ausgesprochen heißen Sommer, mit Regenfällen im September, die die Trauben zur vollständigen Reife brachten.
Der Wein kam erst nach einer Reifung von 18 Monaten in großen Fässern und mehr als drei Jahren in der Flasche auf den Markt.
Rubinrote bis violette Farbe; in der Nase präsentiert er sich sonnig, intensiv und berauschend, mit hochwertigen Aromen. Zunächst treten florale Noten von Veilchen auf, die sofort von Pflaumen sowie wichtigen balsamischen und würzigen Noten überlagert werden. Am Gaumen zeigt er sich in vollkommener Balance mit einem überraschend weichen und reifen Tannin trotz seines jungen Alters.
Weingut Basilico (Basilicata)
Aglianico del Vulture Basilico 2007
Hier in der Zone des Vulture war der Jahrgang 2007 durch einen nicht allzu heißen Sommer und einen Herbst mit wenigen Niederschlägen gekennzeichnet. Der betreffende Wein durchlief vor der Markteinführung eine Reifung in Barrique sowie eine lange Flaschenreife. Der Probewein präsentiert sich im Glas intensiv rubinrot. In der Nase bietet er ein komplexes aromatisches Spektrum mit einer Dominanz mineralischer und würziger Töne wie feuchte Erde und Kräuter, gefolgt von Pflaume. Am Gaumen frisch, salzig, mit einer ausgeprägten und besonders langen Struktur sowie einem „mineralischen" Abgang; das Tannin zeigt Reifepotenzial für die kommenden Jahrgänge.





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